E-Auto laden - wo fange ich an?


Wir von wellektro.de möchten Ihnen Elektrofahrzeuge näherbringen. Durch unsere intensive Beschäftigung mit E-Mobilität und unsere langjährige Erfahrung im Handel können wir Sie daher individuell beraten. Doch für mancherlei mag die Elektromobilität noch etwas überwältigend sein - Typ 2 Stecker? Wall Box? 3-phasig und 1-phasig? 

Wir fangen einfach mal von ganz vorne an:

Das Laden an sich unterscheidet sich kaum vom gewöhnlichen Tanken. Sie stecken den passenden Stecker in Ihr E-Auto und allerhöchstens den anderen Stecker in die Ladesäule.
Letzteres ist auch nicht bei allen Ladetankstellen erforderlich. Klingt ziemlich einfach, ist auch so.


1. Der Steckertyp
Es gibt viele verschiedene Arten von Steckern für jede mögliche Anwendung. Nach der Ladesäulenverordnung (LSV 2)  müssen alle deutschen Ladesäulen seit 2017 die Typ 2 Steckdose anbieten.
Die Typ 2 Steckdose ist allgemein auch der bekannteste und der häufigste Steckertyp. Die in Deutschland übliche Haushaltssteckdose ist ein Schuko-Stecker (Schutzkontakt-Stecker).

Für die Schnellladung innerhalb kurzer Zeit (meistens innerhalb einer Stunde) ist die Strommenge für den Typ 2 Stecker aber zu groß - daher der CCS Stecker.
Der CCS Stecker ist dem Typ 2 Stecker sehr ähnlich - er hat an der unteren Seite zusätzlich zwei größere Kontaktstifte, um hohe Ladeleistungen (50-100kW) zu ermöglichen. So können Sie den Großteil der kompatiblen Fahrzeuge (z.B. den Hyundai Kona Electric) in unter einer Stunde auf über 80% laden.


2. Modes

Die Bezeichnung "Mode" gibt Aufschluss über die Stecker, mit denen ein Ladekabel ausgetattet ist. Ein Typ 2 Mode 2 Stecker hat an einem Ende einen gewöhnlichen Typ 2 Stecker, der in das E-Auto kommt und am anderen Ende einen Schuko-Stecker, der in eine haushaltsübliche Schuko-Steckdose passt.
Ein Typ 2 Mode 3 Stecker hat an beiden Enden einen Typ 2 Stecker - der eine wird an das E-Auto angeschlossen und das andere z.B. an eine öffentliche Ladesäule.


3. Stromarten

Die Steckdose in einem deutschen Haushalt liefert eine Netzspannung von 230 Volt und ist Wechselstrom (AC) mit einer Frequenz von 50Hz. Das bedeutet lediglich, dass die Pole 50 mal in einer Sekunde wechseln. Um Strom mit minimalen Verlusten über eine weitere Distanz zu "transportieren" ist Wechselstrom am besten geeignet. Die Schnellladestationen mit CCS Steckern stellen allerdings Gleichstrom (DC) bereit. So fließt Strom ständig mit der gleichen Stärke in die gleiche Richtung und es können höhere Ladeleistungen erbracht werden. Das ist besonders von Vorteil, wenn Sie Ihr E-Auto für eine kurze Zeit abstellen und danach weiterfahren möchten.
In allen anderen Fällen (beispielsweise über die Haushalts-Schuko-Steckdose oder über eine Wallbox) werden Sie mit Wechselstrom laden. Solche Wallboxen liefern meistens bis zu 22kW, üblich sind aber auch 11kW.

4. 3-phasig und 1-phasig


Falls Sie daheim eine Wallbox installieren möchten, haben Sie sich sicherlich schon mit dem Thema befasst.
Einphasig Laden heißt, dass das E-Auto nur an einen der drei unter Spannung stehenden Stränge des dicken Stromkabels angeschlossen wird, das hierzulande in jeden Haushalt und an jede AC-Ladesäule (Wechselstrom) führt. Dadurch nutzt es auch nur ein Drittel der maximalen Leistung – statt rund 22kW also nur etwas mehr als 7kW. Aber auch diese Leistung fließt in Deutschland nicht wirklich: Denn hierzulande ist die Stromabgabe einer einzelnen Phase aus technischen und rechtlichen Gründen auf 4,6 kW gedrosselt. Ein elektrischer Herd beispielsweise ist aber an alle drei Stränge angeschlossen.

Falls Sie daheim mit bis zu 22kW dreiphasig laden wollen, können Sie vom Elektriker Ihres Vertrauens einen entsprechenden Anschluss samt der Wallbox installieren lassen. Dabei müssen Sie beachten, dass Ihr Fahrzeug ein dreiphasiges Bordladegerät hat, da viele Hersteller aktuell noch an den Bordladegeräten sparen und nur Einphasige installieren.
Bei den Schnellladestationen wird das fahrzeuginterne Bordladegerät umgangen, daher sind die hohen Ladeleistungen auch erst möglich.